Selbstliebe oder Egoismus: Darf ich meinen Kaffee zu Ende trinken?

#44

Willkommen bei meinem Podcast Inner Flow – Build Your Own!

 

🎧 Selbstliebe oder Egoismus: Darfst du sitzen bleiben, wenn dein Kind ruft?

 

In dieser Folge geht es um die Frage, die dir den Bauch zusammenzieht, sobald du dich mal hinsetzt. Bin ich jetzt egoistisch? Für dich, wenn du den ganzen Tag für alle da bist. Für alle, nur nicht für dich.

In der letzten Folge ging es um dein Zuhause, das sich manchmal anfühlt wie ein goldener Käfig, und darum, wie du rauskommst aus dem Funktionsmodus, also dem machen und tun ohne Pause.

 

Heute bleiben wir bei einem Gedanken, der dich mitten im Funktionsmodus festhält. Der Gedanke kommt immer im falschen Moment. Meistens dann, wenn du dir zum ersten Mal seit Stunden was Gutes tust.

 

Der Kaffee ist heiß, du sitzt endlich, und dann kommt „Maaamaaa“

 

Du setzt dich auf die Couch. Kaffee in der Hand, noch dampfend. Alles ist ruhig. Du freust dich auf diesen einen Moment, in dem du nichts musst.

Erster Schluck.

Und von oben kommt es: „Mama, kannst du mal kommen? Es ist wichtig.“

Und in dir zieht sich sofort alles zusammen. Der Bauch. Der Hals schnürt sich zu. Die Schultern gehen hoch. Du denkst nur: warum gerade jetzt.

Und dann ist da noch deine Freundin, die neben dir sitzt. Sie sagt nichts. Sie zieht nur ganz kurz die Augenbraue hoch. Und dieser eine Blick macht schon alles mit dir. Zack, bist du im Zugzwang. Ich muss da jetzt hoch.

 

Und schon denkst du, du wärst egoistisch

Das Wort steht sofort im Raum. Egoistisch. Du hast so eine Angst davor, dass jemand das über dich denkt.

Diese Angst ist nicht neu. Die läuft bei dir unterbewusst schon ewig mit. Sehr oft schon, seit du ein kleines Mädchen warst.

 

Und sie hat einen Grund. Ganz früher, in der Steinzeit, hast du nur überlebt, wenn du zur Gruppe gehört hast. Dazugehören war Überleben. Das sitzt heute noch in dir. Nur passiert dir nichts mehr, wenn du mal sitzen bleibst und deinen Kaffee austrinkst.

 

Egoismus macht den Brustkorb zu. Selbstliebe macht ihn auf

Sprich mal das Wort Egoismus laut aus. Spür, was es mit dir macht. Bei mir wird sofort der Brustraum eng. Es hat so was Dominantes, so ein „Ist mir alles scheißegal, was ihr da draußen macht“.

Und jetzt sag Selbstliebe. Langsam. Merkst du den Unterschied? Das Herz geht auf. Es wird leicht.

Und dein Körper macht das mit. Wenn du im Egoismus steckst, bleibt alles angespannt. Die Schultern gehen hoch, der Nacken wird hart. Selbst wenn du dich auf die Matte legst und Yoga machst, kommst du nicht in die Ruhe, weil dein Körper noch angespannt ist.

Bist du in der Selbstliebe, entspannt sich das. Der Nacken wird weicher. Du atmest anders.

Und noch ein Unterschied. Beim Egoismus stellst du dich über den anderen. Bei der Selbstliebe bleibst du auf Augenhöhe. Du achtest dich und den anderen gleichzeitig.

 

Was du stattdessen sagen kannst

Selbstliebe und dein Kind, das geht zusammen. Du bist für dein Kind da, und du darfst trotzdem kurz bei dir bleiben.

Selbstliebe klingt so: „Schatzi, ich kann grade nicht. Ich hab mich eben erst hingesetzt und trinke meinen Kaffee. Kann das fünf Minuten warten?“

Und dann wartest du die Antwort ab. Sagt dein Kind: „Nein Mama, das hat keine Zeit“, dann gehst du hoch. Ohne schlechtes Gewissen.

Weißt du, was dein Kind dabei lernt? Mama hört mir zu. Und trotzdem passt sie auf ihre Pausen auf. Das ist ein großes Geschenk.

Und wenn du dir unsicher bist, frag dich nach deiner Absicht. Möchte ich den Spaziergang machen und mir ist scheißegal, was zu Hause passiert? Oder brauche ich diesen Spaziergang, weil mein Körper ihn braucht? Zwei völlig verschiedene Energien.

 

Was passiert, wenn du dich immer überspringst

Was passiert, wenn du jedes Mal aufspringst? Bei jedem „Mama“?

Du hilfst, klar, das ist auch wichtig. Aber du verlierst dich dabei jedes Mal selbst. Und das geht auf Dauer nicht gut.

Am Ende steht Mental Load. Funktionieren bis zum Umfallen. Irgendwann meldet sich dein Körper. Als Burnout. Oder mit einem Bandscheibenvorfall, der dich wochenlang ins Bett zwingt.

Dein Körper redet die ganze Zeit mit dir. Er sagt dir, wann es so nicht mehr weitergeht.

 

Fang bei dir an. Der Rest steckt sich an

Das Schöne ist: Liebe ist ansteckend.

Deine Freundin, die vorhin noch die Augenbraue hochgezogen hat, bekommt mit, wie du auf Augenhöhe mit deinem Kind redest. Wie du ruhig sagst, dass du ein paar Minuten brauchst. Und sie wird das zu Hause auch probieren. Bei ihren Kindern, bei ihrem Partner.

Klappt das immer sofort? Nein. Aber sie probiert es weiter.

 

Und du kannst heute Abend anfangen. Ganz klein. Nach dem Zähneputzen schaust du in den Spiegel, in deine Augen, und sagst dir: „Ich hab dich lieb.“ Dann redest du gerade mit deiner Seele. Und das kommt an.

 

Der Merksatz

Nur weil du auf dich aufpasst, bist du nicht egoistisch.

 

Für dich, wenn du magst

Schreib mir gerne in die Kommentare, ob du diesen einen Gedanken kennst. Den, der kommt, sobald du dir was Gutes tust: „Wenn ich das jetzt mache, bin ich aber zu egoistisch.“

 

Jetzt anhören: Folge #44, „Bin ich egoistisch, wenn ich meinen Kaffee zu Ende trinke?“.

 

💛 Du kannst die Episode direkt hier unten anschauen oder auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music und YouTube unter Inner Flow – Build your own.

Und nun zur Folge 🙂

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Denn Stärke entsteht von innen.

Grenzen setzen lernen: Textgrafik mit dem Satz „Ein Blick deiner Freundin. Und du stehst schon wieder auf."
Selbstfürsorge im Alltag: Textgrafik mit dem Satz „Zwanzig Minuten Schaumbad. Die Stimme sagt: hattest du doch erst."
Innere Anspannung lösen in Schulter und Nacken: Textgrafik mit dem Satz „Schulter hoch, Nacken hart. Seit heute früh."
Nervensystem beruhigen bei Stress: Textgrafik mit dem Satz „Es ruft von oben. Und dein ganzer Bauch zieht sich zusammen."
Schlechtes Gewissen loswerden bei Pausen: Textgrafik mit dem Satz „Zehn Minuten Pause. Dein Kopf ist trotzdem bei allen anderen."
Mental Load reduzieren: Textgrafik mit dem Satz „Alle schlafen. Und in deinem Kopf läuft die Liste für morgen."
Selbstliebe lernen als Mutter: Textgrafik mit dem Satz „Endlich sitzt du. Der Kaffee dampft. Und von oben ruft es: Mama."

Hier findest du alle erwähnten Ressourcen aus dieser Folge:

Meine website www.kristinpalm.de
Und du findest mich auch bei instagram @kristin.palm.de 

und Pinterest! 🙂

Von Herzen,

Deine Kristin