Warum du dich zu Hause nie richtig erholst (und wo es doch geht)

#42

Willkommen bei meinem Podcast Inner Flow – Build Your Own!

🎧Raus aus dem Funktionsmodus: dein Mini-Retreat für heute noch

Eine persönliche Folge für Frauen im Funktionsmodus. Für die, die sich zu Hause alles schön aufgebaut haben und trotzdem nie zur Ruhe kommen. Mit dem Bild vom Hybridauto, meiner Wüste in Kalifornien und zwei kleinen Schritten, die diese Woche schon gehen.

 

In der letzten Folge ging es um die Angst, die sich wie Kontrolle anfühlt, und darum, wie du dich von innen beruhigst. Heute machen wir den Schritt nach draußen, raus aus dem Funktionsmodus. Weil es leichter ist, außerhalb deiner vier Wände zu dir zu kommen. Und weil dein Wohnzimmer manchmal der Ort ist, an dem du am wenigsten bei dir bist.

 

Warum dein Kaffee jeden Morgen kalt wird

Du drückst auf die Kaffeemaschine. Der Cappuccino läuft durch, es riecht schon gut im Raum. Dann fängst du an, die Brotdosen zu machen. Sachen für die Kids rausholen. E-Mails checken, weil um sechs schon die erste Nachricht aus der Schule kam. Kinder fertig machen. Irgendwann fällt dir dein Kaffee wieder ein. Du suchst ihn und findest ihn da, wo er seit einer Dreiviertelstunde steht. Lauwarm. Also ab in die Mikrowelle, dann ist er zu heiß, dann wieder zur Seite, und das Spiel geht von vorne los.

 

Abends dasselbe von hinten. Zwanzig Uhr dreißig, die Kinder liegen ausnahmsweise schon in ihren Betten. Endlich deine Serie, auf die du dich die ganze Woche freust. Zehn Minuten später fallen dir die Augen zu. Halb neun schläfst du. Am nächsten Morgen ärgerst du dich, weil du wieder nichts mitbekommen hast. Und du bist nicht kaputt, weil mit dir etwas nicht stimmt. Du bist leer, weil dich den ganzen Tag nichts aufgeladen hat.

 

Zusammenreißen bringt dich nicht weiter

Und dann denkst du dir: ich müsste mich mehr zusammenreißen. Beim nächsten Mal setz ich mich gerade hin auf der Couch, dann schlaf ich nicht ein. Ich kämpf da. Ich will die Serie ja unbedingt sehen.

 

Vielleicht hat das aber gar nichts mit Disziplin zu tun. Du stellst dir jeden Morgen vor, wie du dich entspannt hinsetzt und deinen Kaffee in Ruhe trinkst. Und jeden Morgen kommst du im Funktionsmodus gar nicht so weit, dich überhaupt hinzusetzen. Der Kaffee ist warm. Du kommst nur nicht an ihn ran.

 

Du bist wie ein Hybridauto

Kennst du die Hybridautos, die sich beim Fahren wieder aufladen? Bergab füllt sich der Akku von selbst. Jetzt stell dir vor, du bist so ein Auto. Morgens nach dem Schlafen sollte deine Batterie voll sein.

 

Dann geht es los. Schnell in der Küche, schnell die Schuhe, schnell die Regenjacke, und die Gummistiefel noch dazu, auch wenn dein Kind längst zwölf ist und selber weiß, wo alles hängt. Das schüttelt man nicht so ab. Und es zieht deinen Akku leer. Wenn tagsüber nichts kommt, was dich wieder auflädt, bist du am Abend leer. Im schlechteren Fall schon am Morgen, weil du nicht richtig geschlafen hast.

 

Schau einmal für dich: Wie voll ist dein Akku, wenn du aufwachst? Und was brauchst du über den Tag, damit abends noch zwanzig Prozent drauf sind? Denn mit zwanzig Prozent schaffst du deine Serie.

 

Warum es draußen leichter geht

Wir sind drei Jahre mit dem Dachzelt durch Amerika gefahren. Zwei Stunden von uns entfernt lag die Anza-Borrego, eine Steinwüste. Da ist nichts. Alles in Beige, blauer Himmel, ein paar Wolken, diese Weite. Kein Wäscheberg, der auf mich wartet. Keine Brennnesseln, die mir zurufen, dass der Nachbar gleich schimpft. Ich konnte mich hinsetzen und lesen.

 

Der Grund ist ganz körperlich. In den eigenen vier Wänden fällt es dir schwer, Dinge zu ignorieren. Deine Kinder wissen, wo die Regenjacke hängt, und du gibst sie ihnen trotzdem jeden Morgen, weil dein System darauf gepolt ist, für sie das Beste zu tun. Das ist normal. Nur wird dein schönes Zuhause so zum goldenen Käfig, in dem du alles hast und trotzdem nicht durchatmest. Fünf, zehn Minuten von deiner Hauseinfahrt entfernt wird es leise. Auf einmal zählt, ob genug Sprit im Auto ist und wo ihr heute Abend essen geht. Du bist raus aus deiner Bubble und raus aus dem Funktionsmodus.

 

Dein Mini-Retreat für zwischendurch

Du brauchst dafür keine Wüste. Manchmal reicht das Auto in deiner Einfahrt. Die Kinder sind nach dem Einkaufen schon reingelaufen, haben ihren Plan, wollen auf die Toilette oder an irgendwas dran. Du sagst, ich komme gleich, und bleibst noch einen Moment sitzen. Ohne Musik. Nur du. Du schaust auf die Straße oder aufs Armaturenbrett, schließt die Augen und atmest zehnmal tief ein und aus. Manchmal reichen drei.

 

Das ist dein Mini-Retreat. Den kannst du jeden Tag haben. Meine Uroma hat das auch gemacht, auf ihrer Bank vor dem Tor, sie hat die Umgebung angeschaut und war ganz bei sich.

 

Und dann gibt es den größeren Schritt: einmal die Woche ein Lieblingstag. Ein Tagesausflug in den Wald. Das Deutsche Museum in München, in dem du dich verlieren kannst, ich hab dort sogar melken gelernt. Ein Moor mit den Kindern, jedes Kind ein Fernglas, und ihr schaut nach Schmetterlingen. Warte damit nicht bis zu den Sommerferien. Das Jahr hat zweiundfünfzig Wochen.

 

Die Erlaubnis hinter Folge #42

Ich höre den Einwand schon: Kristin, das kostet doch alles Geld. Ein bisschen manchmal, ja. Aber ein Tag im Wald ist umsonst, in Dänemark läufst du mit dem Zelt einfach los, und der Moment im Auto kostet gar nichts. Gönn dir das raus aus dem Funktionsmodus, egal wie groß oder klein dein Geldbeutel ist. Einmal die Woche, oder alle zwei Wochen, das ist auch fein. Brich deinen Alltag auf, damit du wieder zurück zu dir findest.

 

Der Merksatz

Warte nicht bis zu den Sommerferien. Auf dem Weg dahin verlierst du dich.

 

Für dich, wenn du magst

Schreib mir, was dein Mini-Retreat diese Woche wird. Der Moment im Auto, der Tag im Wald, die zehn Atemzüge vor dem Aussteigen. In die Kommentare oder per DM. Ich lese jede Nachricht wirklich.

Jetzt anhören: Folge #42, „Warum du dich zu Hause nie richtig erholst (und wo es doch geht)“

 

💛 Du kannst die Episode direkt hier unten anschauen oder auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music und YouTube unter Inner Flow – Build your own.

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Und nun zur Folge 🙂

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Pinterest-Grafik von Inner Flow – Build Your Own mit dem Text „Warte nicht bis zu den Sommerferien, um wieder zu dir zu finden" zur Folge #42 über den Weg raus aus dem Funktionsmodus
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Pinterest-Grafik von Inner Flow – Build Your Own mit dem Text „Weißt du auch nicht mehr, wann du deinen Kaffee zuletzt warm getrunken hast?" zur Folge #42 über den Weg raus aus dem Funktionsmodus

Hier findest du alle erwähnten Ressourcen aus dieser Folge:

Meine website www.kristinpalm.de
Und du findest mich auch bei instagram @kristin.palm.de 

und Pinterest! 🙂

Von Herzen,

Deine Kristin